Von Paul Craig Roberts am 02.07.2026 (im Original hier, übers. v. RBK)
Julia Shapovalova, Moskau-Korrespondentin von Al Jazeera, berichtet, dass sich der immer weiter eskalierende Krieg des kleinmütigen Putin – wie ich es vorausgesagt hatte – tief ins Innere Russlands, weit entfernt vom Schlachtfeld im Donbass, ausgeweitet hat. Shapovalova berichtet: „Die Krise ist tiefgreifend“, während sich die Treibstoffknappheit für die Zivilbevölkerung verschärft. Die erfolgreichen Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien und Kraftstofflager haben die Versorgung gefährdet und zu Benzinrationierungen im ganzen Land sowie zu langen Warteschlangen geführt, in denen die Russen stundenlang auf ihre rationierte Zuteilung warten. Was Putin damit erreicht hat, ist ein Verlust des Vertrauens der Russen in ihre Regierung (Link).
Russland musste den Export von Benzin und Düsentreibstoff einstellen und die Qualitätsstandards für Benzin senken. Auf der Krim wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Es werden Befürchtungen laut, dass die Sicherstellung einer ausreichenden Kraftstoffversorgung für die Erntearbeiten zu Betriebsstillständen in der Industrie führen könnte. Russland musste 80.000 Tonnen Benzin aus Indien kaufen und hofft, jeden Monat 400.000 Tonnen Benzin aus allen möglichen Quellen importieren zu können. Dies wird der russischen Zahlungsbilanz eindeutig nicht helfen, was die pro-amerikanische russische Zentralbankdirektorin als Vorwand nutzen wird, um die Russen noch stärker zu bestrafen.
Wie reagiert Putin angesichts einer echten Krise?
„Ich würde sagen, es ist nicht kritisch“, sagt Russlands gescheiterter Kriegsführer. Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass die Reaktion der russischen Bevölkerung auf Putin lautet: „Nicht kritisch für wen?“ – „Nicht kritisch für diejenigen von uns, die sich nicht auf den Verkehr verlassen können, weil Sie sich weigern, einen Krieg zu gewinnen?“ – „Nicht kritisch für diejenigen von uns, die vor der Wahl stehen, entweder ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder mit einer Lebensmittelknappheit konfrontiert zu werden?“ – „Nicht kritisch für diejenigen von uns, die mit weiteren Strafmaßnahmen Ihrer Zentralbankdirektorin rechnen müssen, um die Kosten des von Ihnen verursachten russischen Handelsdefizits auf uns abzuwälzen?“
Es ist offensichtlich, dass Putin und sein inkompetentes Kreml-Gefolge mitten in einem sich immer weiter ausbreitenden und stets erfolglosen Krieg das Vertrauen des russischen Volkes in die russische Regierung zerstören. Die amerikanischen zionistischen Neokonservativen scheinen Putin mit im Boot zu haben, der Washingtons Hegemonie unterstützt und begünstigt.
Warum sollte Putin das tun? Warum sollte man ihm das gestatten?
Kürzlich fragte ich mit einem Augenzwinkern: „Ist Putin ein ahnungsloser Agent des Westens?“, und verlinkte dabei auf einen Artikel von Gilbert Doctorow, der eine ähnliche Frage aufwirft. Beide Artikel wurden übersetzt und in einer russischen Zeitung veröffentlicht, was deutlich machte, dass die russischen Medien nicht länger zurückhaltend sind und kritische Fragen stellen. Wir befinden uns nun in der Mitte des fünften Jahres, in dem Putin einen Krieg führt, den er offensichtlich nicht gewinnen will.
Die Ursache für dieses außergewöhnliche Scheitern ist schwer zu erkennen. Liegt die Ursache in der Allianz von Kirill Dmitrijew, Putins Hauptverhandlungsführer, mit den russischen Milliardärs-Oligarchen und dem Westen sowie in den Ratschlägen von Putins pro-westlich orientierter Zentralbankdirektorin, die absichtlich 300 Milliarden Dollar an russischen Bankreserven dort belassen hat, wo der Westen sie beschlagnahmen konnte? Haben pro-westliche Kräfte in Russland es Putin erschwert, russische Interessen zu vertreten?
Ich kann es nicht sagen, aber zumindest ist dies eine Erklärung dafür, warum ein militärisch mächtiges Land nach 4,5 Jahren einen Konflikt mit einer drittklassigen Militärmacht nicht gewinnen konnte – viel länger, als Stalins Rote Armee brauchte, um die mächtige deutsche Wehrmacht zu besiegen. Putin gilt nun als der größte Versager unter den militärischen Führern der Weltgeschichte.
Frederica Marsi, ebenfalls Korrespondentin bei Al Jazeera, berichtet: „Ukrainische Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur verschärfen die Treibstoffknappheit in Russland und veranlassten Präsident Wladimir Putin zu einem seltenen Eingeständnis hinsichtlich der Schwere der Lage. In ungewöhnlich offenen öffentlichen Äußerungen bei einem Treffen hochrangiger Beamter am Sonntag räumte Putin ausdrücklich ein, dass ukrainische Angriffe zu einer Rationierung von Treibstoff geführt hätten.“ (Link)
Was Putin jedoch nicht anerkennen will, ist, dass die ukrainischen Angriffe auf Russland Krieg sind. Putin bezeichnet die zunehmend erfolgreichen ukrainischen Angriffe auf Russland, die von der NATO und Washington unterstützt und begünstigt werden, als „Terroranschläge auf unsere zivilen Ziele und unsere Infrastruktur“.
Mit anderen Worten: Russland befindet sich nicht im Krieg. Russland ist lediglich Ziel von Terroranschlägen. Wie der US-Angriff auf die Nordsee-Pipeline. Wie der US-Angriff auf die strategische russische Bomberflotte. Wie der US-Angriff auf Putins Wohnhaus, der darauf abzielte, ihn zu töten. Hier gibt es keinen Krieg, Leute. Nur terroristische Aktionen.
Da Putin Krieg als willkürliche Terrorakte neu definiert hat, muss er keinen Krieg gewinnen, sondern lediglich Benzin rationieren, das russische Handelsdefizit durch Benzinimporte in die Höhe treiben, russische zivile Opfer als Folge von „terroristischen Aktivitäten“ hinnehmen und nichts unternehmen, um einen Krieg zu gewinnen. Das Scheitern, den Krieg zu gewinnen, demoralisiert das russische Volk und diskreditiert Russland als Militärmacht – eine Diskreditierung, die einen weitaus größeren und gefährlicheren Krieg mit dem Westen heraufbeschwört, einen Krieg, der nuklear sein wird.
Also, liebe Leser, sagt mir: Warum zerstört Putin den militärischen Ruf Russlands und macht das russische Volk immer anfälliger für Angriffe? Wie lässt sich das totale Versagen einer so mächtigen Streitmacht wie Russland erklären, nach 4,5 Jahren einen Krieg gegen eine drittklassige Macht nicht gewonnen zu haben?
Die einzig mögliche Antwort ist das totale Versagen der russischen Führung.